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ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Römische Zahlschrift
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Als römische Ziffern werden die Zahlzeichen einer in der römischen Antike entstandenen und noch fĂŒr Nummern und besondere Zwecke gebrĂ€uchlichen Zahlschrift bezeichnet. In der heute ĂŒblichen Form werden darin die lateinischen Buchstaben I (1), V (5), X (10), L (50), C (100), D (500) und M (1000) als Zahlzeichen fĂŒr die Schreibung der natĂŒrlichen Zahlen verwendet.
Es handelt sich um eine additive Zahlschrift mit ergĂ€nzender Regel fĂŒr die subtraktive Schreibung bestimmter Zahlen, aber ohne Stellenwertsystem und ohne Zeichen fĂŒr null. Zugrunde liegt ein kombiniert quinĂ€r-dezimales oder biquinĂ€res Zahlensystem mit den Basiszahlen 5 und 10.
Contents
âą Darstellung
âą Allgemeines
âą Varianten
âą Umrechnung
âą Die Null
âą GroĂe Zahlen
âą Besonderheiten
âą BrĂŒche
âą Geschichte
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Darstellung
Allgemeines
Die in der römischen Zahlschrift verwendeten Zeichen haben einen festen Wert. Dabei gibt es die Zehnerpotenzen als Basiswerte (die âEinerâ) und die fĂŒnffachen Hilfsbasiswerte (die âFĂŒnferâ). Abgesehen von der subtraktiven Schreibung ist der Wert unabhĂ€ngig von der Position.
| GroĂbuchstaben | I | V | X | L | C | D | M | â | â | â | â |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wert | 1 | 5 | 10 | 50 | 100 | 500 | 1000 | 5000 | 10.000 | 50.000 | 100.000 |
Merkhilfe fĂŒr M und C: M von lateinisch âmilleâ fĂŒr 1.000; C von âcentumâ fĂŒr 100 (vgl. âCenturieâ)
In der Neuzeit ist die Darstellung mit GroĂbuchstaben (Majuskeln) ĂŒblich. Schreibweisen mit Kleinbuchstaben werden seit dem Mittelalter verwendet und bedeuten fĂŒr den Zahlenwert keinen Unterschied, allerdings kann es zu Verwechslungen von i und l kommen. FĂŒr Seitennummerierungen (beispielsweise im Vorwort, zur Abgrenzung vom eigentlichen, mit indischen Ziffern nummerierten Hauptteil eines Buches) und alphanumerische Gliederungen werden sie noch verwendet.
Bisweilen, insbesondere bei handschriftlichen Aufzeichnungen, werden römische Zahlen zur Unterscheidung von normalen Buchstaben durch einen Ăberstrich oder Ăber- und Unterstrich gekennzeichnet (so bei IX = 9, nicht [ÉȘks]; oder = 1967).
Als sich im Mittelalter und der frĂŒhen Neuzeit aus den Buchstaben I und V die Abwandlungen J und U entwickelten, wurden diese oft fĂŒr den jeweils gleichen Zahlenwert benutzt. Vor allem bei Minuskeln wurde ein schlieĂendes i durch ein j wiedergegeben: j = 1; ij = 2; iij = 3 usw. Diese Schreibweise ist nicht mehr ĂŒblich.
Adaption in anderen Alphabeten
In LĂ€ndern mit nichtlateinischer Schrift wurden die römischen Zahlen zum Teil mit anderen, graphisch passenden, einheimischen Zeichen geschrieben. So werden beispielsweise die Ziffer 1 oder den Buchstaben Đ (auf vielen Schreibmaschinen identisch), fĂŒr die römische Eins, die Buchstaben Đ fĂŒr II, Đš fĂŒr III und ĐŁ fĂŒr V genutzt. WĂ€hrend mehrere I zu einem Zeichen zusammengefasst werden, werden X wie ĂŒblich wiederholt.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2]
| Zeichen | 1 | Р| К | 1У | У | У1 | УР| УК | 1Є | Є | Є1 | ЄР| ⊠| Є1Є | ЄЄ | ЄЄ1 | ⊠| ЄЄЄ | ⊠| ЄЄЄУК | ЄЄЄ1Є |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wert | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | ⊠| 19 | 20 | 21 | ⊠| 30 | ⊠| 38 | 39 |
Varianten
In der Antike wurden auch andere als die spĂ€ter ĂŒblichen Buchstaben zur Darstellung von Zahlen verwendet (Auswahl, â¶ = sortiert nach):cite-ref-3[3]
| Zeichen â¶ | A | A | B | B | D | D | D | E | F | G | H | K | K | N | N | O | P | Q | R | S | T | Y | Z | Z |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wert | 500 | 5.000 | 300 | 3.000 | 500 | 500.000 | 500.000.000 | 250 | 40 | 400 | 200 | 151 | 151.000 | 90 | 90.000 | 11 | 400 | 500 | 80 | 70 | 160 | 150 | 2.000 | 2.000.000 |
| Zeichen | O | F | S | R | N | Y | K | T | H | E | B | G | P | A | D | Q | Z | B | A | N | K | D | Z | D |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wert 0 â¶ | 11 | 40 | 70 | 80 | 90 | 150 | 151 | 160 | 200 | 250 | 300 | 400 | 400 | 500 | 500 | 500 | 2.000 | 3.000 | 5.000 | 90.000 | 151.000 | 500.000 | 2.000.000 | 500.000.000 |
Umrechnung
Einfache Umrechnung
Zur Umrechnung in eine römische Zahl ohne die weiter unten beschriebene Umrechnung mit Subtraktionsregel genĂŒgt es, mit den groĂen römischen Ziffern beginnend, deren Wert so hĂ€ufig wie möglich von der umzurechnenden Zahl abzuziehen und die römischen Ziffern dabei zu notieren. Dadurch werden die Ziffern automatisch der GröĂe nach sortiert:
Um eine solche römische Zahl wieder zurĂŒckzurechnen, sind nur die Werte der einzelnen Zahlenzeichen zu addieren.
Subtraktionsregel
Die Subtraktionsregel ist eine ĂŒbliche, verkĂŒrzende Schreibweise, mit der vermieden wird, vier gleiche Zahlzeichen in direkter Aufeinanderfolge zu schreiben. Sie wurde bereits in römischer Zeit gelegentlich angewandt, ihre konsequente Anwendung erscheint jedoch erst seit dem spĂ€teren Mittelalter, dabei hĂ€ufig noch in vermischter Anwendung mit Schreibung einzelner Zahlen ohne Subtraktionsprinzip, und ist seither lediglich eine weithin vorherrschende Konvention geblieben, von der besonders in der Epigraphik vielfach kein Gebrauch gemacht wird.
Die Subtraktionsregel in ihrer Normalform besagt, dass die Zahlzeichen I, X und C einem ihrer beiden jeweils nĂ€chstgröĂeren Zahlzeichen vorangestellt werden dĂŒrfen und dann in ihrem Zahlwert von dessen Wert abzuziehen sind:
âą I vor V oder X: IV (4), IX (9)
âą X vor L oder C: XL (40), XC (90)
âą C vor D oder M: CD (400), CM (900)
Zahlzeichen der FĂŒnferbĂŒndelung (V, L, D) werden generell nicht in subtraktiver Stellung einem gröĂeren Zeichen vorangestellt.
Beispiel:
Es gibt zwei Abweichungen von dieser Normalform, die schon seit der Antike vereinzelt zu belegen sind und auch in jĂŒngerer Zeit auftreten:
âą Das Zeichen in subtraktiver Stellung wird verdoppelt und dann der Wert zweimal abgezogen, z. B. IIX statt VIII fĂŒr 8, XXC statt LXXX fĂŒr 80
âą I oder X werden in subtraktiver Stellung nicht nur vor den beiden jeweils nĂ€chstgröĂeren Zeichen, sondern vor noch höheren Zeichen verwendet, z. B. IL statt XLIX fĂŒr 49, IC statt XCIX fĂŒr 99 oder XM statt CMXC fĂŒr 990
Beide Abweichungen treten mitunter kombiniert auf, also IIL statt XLVIII fĂŒr 48, IIC statt XCVIII fĂŒr 98.
Die subtraktive Schreibung wird zuweilen mit den subtraktiven lateinischen Zahlwörtern in Verbindung gebracht,cite-ref-4[4] stimmt aber mit diesen nicht ĂŒberein. Bei den lateinischen Zahlwörtern werden die Wörter fĂŒr 1 und 2, aber nicht die fĂŒr 10 und 100 subtraktiv verwendet und hierbei dann nur den Vielfachen der 10 ab 20 (duodeviginti = 18, undeviginti = 19) sowie vereinzelt einmal der 100 (undecentum = 99) vorangestellt.
Die Null
Eine additive oder kombiniert additiv-subtraktive Zahlschrift wie die römische benötigt kein Zeichen fĂŒr die Null, wie es dagegen in einem Stellenwertsystem wie dem Dezimalsystem und dessen ĂŒblicher indo-arabischer Schreibung als Platzhalter eine grundlegende Rolle spielt. Die Römer kannten zwar sprachliche AusdrĂŒcke fĂŒr ânicht etwasâ (nullum) und ânichtsâ (nihil), aber kein Zahlzeichen und keinen eigenen mathematischen Begriff fĂŒr einen Zahlwert âNullâ. Bei der Darstellung von Zahlen auf dem Rechenbrett wird das Nichtvorhandensein eines Stellenwertes durch Freilassen der entsprechenden Spalte angezeigt; in Tabellenwerken ist das Fehlen einer Zahl zuweilen durch einen waagerechten Strich, manchmal kombiniert mit einem kleinen Kreis, markiert. Zur Bezeichnung der Null hat Beda Venerabilis um 725 n. Chr. das Zeichen N verwendet.cite-ref-zero-5-0[5] Die Verwendung von N fĂŒr ânichtsâ hat im historischen MaĂsystem der Apotheker lange ĂŒberlebt â bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurde es bei der Bezeichnung von Mengen in pharmazeutischen Rezepten verwendet.cite-ref-bachenheimer-6-0[6]
GroĂe Zahlen
FĂŒr groĂe Zahlen (ab 1000) gibt es mehrere Möglichkeiten der Darstellung:
| mit Apostrophus | mit Rahmen | mit Vinculum | MultiplikationsÂschreibweise | mit CifrĂŁo oder CalderĂłn | Dezimal |
|---|---|---|---|---|---|
| 000001 I | 000001 I | 000001 I | 000001 I | 000001 I | 1 |
| 000005 V | 000005 V | 000005 V | 000005 V | 000005 V | 5 |
| 000010 X | 000010 X | 000010 X | 000010 X | 000010 X | 10 |
| 000050 L | 000050 L | 000050 L | 000050 L | 000050 L | 50 |
| 000100 C | 000100 C | 000100 C | 000100 C | 000100 C | 100 |
| Iâ | 000500 D | 000500 D | 000500 D | 000500 D | 500 |
| â, CIâ | 001000 M | 001000 M | 001000 M | I $ | 1000 |
| â, Iââ | â, Iââ | 005000 V | VâąM | V $ | 5000 |
| â, CCIââ | â, CCIââ | 010000 X | XâąM | X $ | 10.000 |
| â, Iâââ | â, Iâââ | 050000 L | LâąM | L $ | 50.000 |
| â, CCCIâââ | I | 100000 C | CâąM | C $ | 100.000 |
| Iââââ | V | 500000 D | DâąM | D $ | 500.000 |
| CCCCIââââ | X | I , M | MâąM | I $ $ | 1.000.000 |
| CCCCIââââ âââââ ââ Iâ LXVII | XII âââMâDLXVII | I CCXXXIV DLXVII | MCCXXXIVâąM DLXVII | I $ CCXXXIV $ DLXVII | 1.234.567 |
Die Schreibweisen wurden auch gemischt, wie die Schreibweise mit Apostrophus und die Multiplikationsschreibweise.
Schreibweise mit Apostrophus
| Römische Ziffer | Wert |
|---|---|
| D, Iâ | 000. 500 |
| â, CIâ | 00 1.000 |
| â, Iââ | 00 5.000 |
| â, CCIââ | 0 10.000 |
| â, Iâââ | 0 50.000 |
| â, CCCIâââ | 100.000 |
Der römische Apostrophus, ein Zeichen, das aussieht wie eine schlieĂende Klammer oder ein an der Vertikalen gespiegeltes C (â), leitet sich, wie auch andere römische Ziffern, aus chalkidisch-griechischen Zahlzeichen ab.
Das ursprĂŒngliche Zeichen fĂŒr 1000, das Phi (Ί, auch geschrieben â oder CIâ) kann als eine Zusammensetzung von einem C, einem I und einem Apostrophus angesehen werden: CIâ. Durch das HinzufĂŒgen weiterer Bögen, oder C und Apostroph wurde der Wert jeweils verzehnfacht: â oder CCIââ fĂŒr 10.000, CCCIâââ oder kurz â fĂŒr 100.000.
Die römische 500, die HĂ€lfte von 1000, entsteht auch durch die Halbierung des Zeichens: â â D. Die Bildung von 5000, 50.000 und den folgenden verlĂ€uft analog: â oder Iââ sowie â oder Iâââ.cite-ref-ifrah1998-7-1[7] Die Verwendung dieser Schreibweise findet sich beispielsweise auf einer unter Augustus angefertigten Kopie einer Inschrift (CIL 6.1300) an der columna rostrata zum ersten römischen Seessieg durch Gaius Duilius ĂŒber die Karthager.cite-ref-8[8]
Schreibweise mit Rahmen
Da die Apostrophus-Schreibweise fĂŒr sehr groĂe Zahlen unhandlich war, wurde ein Rahmen um eine Ziffer oder Zifferngruppe gezeichnet, um deren Wert mit 100.000 zu multiplizieren. Der Rahmen war ĂŒblicherweise unten offen: X,cite-ref-ifrah1998-7-2[7] es kommen aber auch vollkommen geschlossene: X, sowie Schreibweisen, die die Zahlzeichen nur links und rechts mit vertikalen Linien einrahmen: X vor.
Die Verwendung der 100.000 als Multiplikationszahl entspricht den römischen Zahlwörtern fĂŒr groĂe Zahlen, wie decies centena milia (buchstĂ€blich âzehnmal je hundert Tausenderâ = eine Million), quadringenties milies centena milia (âvierhundertmal tausendmal je hundert Tausenderâ = 40 Milliarden, die Staatsschulden Vespasians). Dabei wurde centena milia oft weggelassen, wobei durch die Verwendung der Multiplikativzahl statt der Kardinalzahl (decies statt decem) klar war, dass sie mit 100.000 multipliziert werden musste.
Schreibweise mit Vinculum
Ein Vinculum (auch Titulus) ist ein Querstrich ĂŒber den Ziffern, um eine Multiplikation mit 1000 anzuzeigen: 010000X, der Querstrich konnte ĂŒber mehrere Ziffern gleichzeitig gezogen werden. Möglich waren mehrere Querstriche fĂŒr höhere Tausenderpotenzencite-ref-ifrah1998-7-3[7] (beispielsweise XLICLVIDCV = 41.156.605).
Diese Schreibweise darf nicht mit der Kennzeichnung römischer Zahlen durch einen Ăberstrich (zum Beispiel VI fĂŒr 6) zur Unterscheidung von normalen Buchstaben verwechselt werden.
Multiplikationsschreibweise
Mit gröĂeren Zehnerpotenzen ab 1000 wurde manchmal eine stellenwertbezogene Multiplikationsschreibweise verwendet. Dazu wurde links von dem Zeichen ein Multiplikationsfaktor geschrieben, zum Beispiel VâąM fĂŒr FĂŒnftausend (5 Ă 1000). Ein mittelalterlicher Buchhaltungstext aus dem Jahr 1301 zeigt beispielsweise Zahlen wie 13.573 als âXIII. M. V. C. III. XX. XIIIâ, d. h. â13Ă1000 + 5Ă100 + 3Ă20 + 13â.cite-ref-wade1865-9-0[9]
Hochstellungen
Eine Variante dieser Schreibweise benutzt zwecks besserer Lesbarkeit und Eindeutigkeit Hochstellungen. Ein Beispiel ist die Jahreszahl 1519 geschrieben als XVCXIX wie im Deutschen âfĂŒnfzehnhundertneunzehnâ oder im Französischen quinze-cent-dix-neuf. In einigen französischen Texten aus dem 15. Jahrhundert und spĂ€ter findet man Konstruktionen wie IIIIXXXIX fĂŒr 99, was die französische Lesart dieser Zahl als quatre-vingt-dix-neuf (vier-zwanzig und neunzehn) widerspiegelt.cite-ref-gach1862-11-0[11] In Ă€hnlicher Weise findet man in einigen englischen Dokumenten z. B. 77 geschrieben als âiiixxxviiâ (was âthree-score and seventeenâ gelesen werden könnte).cite-ref-salt1923-12-0[12]
Schreibweise mit CifrĂŁo oder CalderĂłn
Im 16. Jahrhundert kamen Schreibweisen von Zahlen auf, die spezielle Tausendertrennzeichen verwendeten, um groĂe Zahlen zu gliedern. In Portugal wurde der CifrĂŁo verwendet, ein Symbol Ă€hnlich dem $, in Spanien der CalderĂłn, ein U-Ă€hnliches Zeichen (â). Diese Zeichen wurden sowohl mit indischen als auch mit römischen Zahlen benutzt. Die Zahl 18.642 wurde also 18 $ 642 beziehungsweise XVIII $ DCXLII geschrieben.
Besonderheiten
Die gelegentliche Verwendung eines gröĂeren, lĂ€ngeren I anstelle von zwei aufeinanderfolgenden i in lateinischen Texten ist selten in der Darstellung römischer Zahlen anzutreffen. So steht bei Verwendung dieser Schreibweise MDCLXXI nicht etwa fĂŒr 1671, sondern fĂŒr 1672.
Im Zimmerhandwerk wird fĂŒr Abbundzeichen generell die additive Schreibweise verwendet: 4 = IIII, 9 = VIIII, 14 = XIIII und so weiter. Dies ist zum einen unkomplizierter und verhindert zum anderen die Verwechslung von zum Beispiel IX und XI. Eine weitere Besonderheit ist die hĂ€ufig verwendete Schreibweise X / fĂŒr XV.cite-ref-13[13]
Auf UhrenzifferblÀttern wird die Zahl 9 in der Regel nach der Subtraktionsregel als IX geschrieben, die Zahl 4 aber oft als IIII.
Auch bei den Nummern der Portale antiker Arenen wurden die Zahl 4 in dieser Weise geschrieben, etwa beim Portal 64 der Arena von Verona. Isaac Asimov erwĂ€hnte einmal eine âinteressante Theorieâ, dass die Römer deshalb die Schreibweise IV vermieden, weil dies die Anfangsbuchstaben der lateinischen Schreibweise IVPITTER des Gottes Jupiter waren und hĂ€tte pietĂ€tlos erscheinen können.cite-ref-asimov-on-numbers-12-14-0[14] Aber auch die Verwendung eines vierfachen C fĂŒr 400 auf der Admiralty Arch, London, hat antike römische Vorbilder, etwa die Inschrift auf einem Meilenstein in Forum Popilii (Lukanien), zu sehen im Museo della CiviltĂ Romana, Rom (G. Ifrah, Abb. 118).cite-ref-ifrah1998-7-4[7]
BrĂŒche
Die Römer nutzten BrĂŒche mit der Basis 12. Die Nutzung der 12 lag nahe, weil sich die am hĂ€ufigsten benötigten BrĂŒche âeine HĂ€lfteâ, âein Drittelâ und âein Viertelâ durch Vielfache von 1 12 {\displaystyle {\tfrac {1}{12}}} darstellen lassen. Der römische Name fĂŒr ein Zwölftel ist Uncia, ein Wort, das spĂ€ter zum GewichtsmaĂ âUnzeâ wurde. FĂŒr BrĂŒche, deren ZĂ€hler um 1 kleiner als der Nenner ist, wurde teilweise eine subtraktive Bezeichnung verwendet wie bei Dodrans (de quadrans, 3 4 {\displaystyle {\tfrac {3}{4}}} ). BrĂŒche wurden ausgeschrieben oder durch stark variierende Zeichen dargestellt. In einigen FĂ€llen wurden sie einer römischen Zahl als eine den Zwölfteln entsprechende Anzahl von Punkten oder kleinen Querstrichen angehĂ€ngt. Als Zeichen fĂŒr 1 2 {\displaystyle {\tfrac {1}{2}}} (semis) oder fĂŒr 1 24 {\displaystyle {\tfrac {1}{24}}} (semuncia) wurde vielfach S oder ÎŁ, fĂŒr 1 48 {\displaystyle {\tfrac {1}{48}}} (sicilicus) ein seitenverkehrtes C (Æ) und fĂŒr 2 72 {\displaystyle {\tfrac {2}{72}}} (duae sextulae) ein Zeichen Ă€hnlich dem Z oder der indischen 2 gebraucht.cite-ref-15[15] Die Verwendung von S fĂŒr œ ist in antiken Inschriften etwa in VIIS zur Angabe von â7 1â2â bezeugt.cite-ref-16[16]cite-ref-maher2001-17-0[17]cite-ref-bachenheimer-6-1[6]
| Wert | Römische Zahlzeichen | Name ( Nominativ und Genitiv ) | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 1 â 12 | · | Uncia, unciae | â Unze â (âZwölftelâ) |
| 2 â 12 = 1 â 6 | ·· oder : | Sextans , sextantis | âSechstelâ |
| 3 â 12 = 1 â 4 | ··· oder ⎠| Quadrans , quadrantis | âViertelâ |
| 4 â 12 = 1 â 3 | ···· oder â· | Triens , trientis | âDrittelâ |
| 5 â 12 | ····· oder â | Quincunx , quincuncis | âfĂŒnf Unzenâ ( quinque unciae â quincunx ) |
| 6 â 12 = 1 â 2 | S | Semis , semissis | âHĂ€lfteâ |
| 7 â 12 | S · | Septunx, septuncis | âsieben Unzenâ ( septem unciae â septunx ) |
| 8 â 12 = 2 â 3 | S ·· oder S : | Bes , bessis , (Plural bessÄs ) | âzweimal (ein Drittel)â bis triens; dues partes Asis |
| 9 â 12 = 3 â 4 | S ··· oder S ⎠| Dodrans , dodrantis oder nonuncium, nonuncii | âein Viertel wegâ ( de-quadrans â dodrans ) oder neun Unzen ( nona uncia â nonuncium ) |
| 10 â 12 = 5 â 6 | S ···· oder S â· | Dextans, dextantis oder decunx, decuncis | âein Sechstel wegâ ( de-sextans â dextans ) oder zehn Unzen ( decem unciae â decunx ) |
| 11 â 12 | S ····· oder S â | Deunx, deuncis | âeine Unze (Zwölftel) wegâ ( de-uncia â deunx ) |
| 12 â 12 = 1 | I | As , assis | â Einheit â |
Weitere römische Notationen fĂŒr Bruchteile sind beispielsweise:
| Wert | Römische Zahlzeichen | Name ( Nominativ und Genitiv ) | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 1 â 1728 = 12 â3 | đ | Siliqua , siliquae | â Schote â |
| 1 â 288 | â | Scripulum, scripuli Scrupulum , scrupuli | â Skrupel â |
| 1 â 144 = 12 â2 | đ | Dimidia sextula, dimidiae sextulae | âhalbe Sextulaâ |
| 1 â 72 | đ | Sextula, sextulae | â 1 â 6 Unzeâ |
| 1 â 48 | Æ | Sicilicus , sicilici | âSichelâ |
| 1 â 36 | đđ oder Z oder 2 | Binae sextulae, binarum sextularum | âzwei Sextulaeâ ( duella , duellae ) |
| 1 â 24 | ÎŁ oder đ oder Đ | Semuncia , semunciae | â 1 â 2 Unzeâ ( semi- + uncia ) |
| 1 â 8 | Σ· oder đ· oder Đ· | Sescuncia, sescunciae | â 1 1 â 2 Unzenâ ( sesqui - + uncia ) |
Darstellung in Unicode
| Majuskel | â
| â
Ą | â
ą | â
Ł | â
€ | â
„ | â
Š | â
§ | â
š | â
© | â
Ș | â
« | â
Ź | â
| â
ź | â
Ż | â | â | â | â |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Minuskel | â
° | â
± | â
Č | â
ł | â
Ž | â
” | â
¶ | â
· | â
ž | â
č | â
ș | â
» | â
Œ | â
œ | â
Ÿ | â
ż | â | â | â | â |
| Wert | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 50 | 100 | 500 | 1000 | 5000 | 10.000 | 50.000 | 100.000 |
Der Unicodeblock Zahlzeichen enthĂ€lt an den Positionen U+2160 bis U+2188 eigene Codes fĂŒr die römischen Ziffern 1â12, 50, 100, 500, 1000, 5000, 10.000, 50.000 und 100.000 als GroĂ- und ĂŒberwiegend auch Kleinbuchstaben sowie einige ungebrĂ€uchlich gewordene altrömische Zahlzeichen. Diese Zeichen werden von den Schriftarten, die sie enthalten, in der Regel dicktengleich dargestellt, so dass sie sich als Tabellenziffern sowie fĂŒr den ostasiatischen (horizontalen oder vertikalen) Satz eignen. Bei vertikaler Schreibrichtung werden sie zudem â im Gegensatz zu gewöhnlichen lateinischen Buchstaben â aufrecht dargestellt. FĂŒr die meisten Anwendungen wird im Unicode-Standard dagegen von der Verwendung dieser Zeichen abgeraten, stattdessen sollen römische Zahlen mit den gewöhnlichen lateinischen Buchstaben dargestellt werden.cite-ref-18[18]
Weder fĂŒr die Darstellung eines Rahmens noch fĂŒr Zeichen mit (mehrfachem) Vinculum sieht Unicode eigene Sonderzeichen vor. Hierzu bedarf es einer sogenannten Smartfonttechnik wie OpenType, um eine an die Buchstabenbreite und -höhe angepasste Variante der Zeichen U+0305 âCombining Overlineâ und U+033F âCombining Double Overlineâ auswĂ€hlen zu können, sofern die benutzte Schrift dieses vorsieht. Zur Darstellung des Rahmens kann eine Variante von U+007C âVertical Lineâ benutzt werden. Derzeit sind diese Lösungen nur sehr wenig verbreitet.
Bei der Verwendung von gebrochenen Schriften und Schreibschriften werden römische Ziffern in Antiqua gesetzt. Sofern vorhanden, ist dies ĂŒber die erwĂ€hnten Unicode-Zeichen anstelle von GroĂbuchstaben möglich. Ersatzweise wird fĂŒr römische Ziffern eine zur Textschrift passende Antiqua verwendet.
Geschichte
Wie die meisten Kerbschriften und einfachen Zahlensysteme wurden die römischen Ziffern additiv nach dem Prinzip der kombinierten Zehner- und FĂŒnferbĂŒndelung gereiht, so dass nie mehr als vier gleiche Zeichen aufeinanderfolgen. Nach dem Vorbild der Zahlschrift der Etrusker wurde ergĂ€nzend auch eine subtraktive Schreibweise praktiziert, bei der die Voranstellung eines Zeichens vor einem der beiden in der ZehnerbĂŒndelung nĂ€chsthöheren anzeigt, dass sein Wert von diesem abzuziehen ist. In diesem Fall folgen nie mehr als drei gleiche Zeichen einander.
Die ersten drei römischen Zahlzeichen I (1), V oder gerundet U (5) sowie X (10) haben ihre Schreibform im Verlauf der Geschichte im Wesentlichen unverĂ€ndert beibehalten, davon abgesehen, dass V bzw. U in Ă€lteren römischen Inschriften zum Teil noch in kopfstĂ€ndiger Schreibung â mit nach oben weisendem Winkel bzw. Rundbogen â erscheint. Sie finden sich in gleicher oder rotierter Schreibung (V und U regelmĂ€Ăig kopfstĂ€ndig Î, statt X manchmal ein aufrecht stehendes Kreuz +) und mit den gleichen Zahlwerten bei den Etruskern. Weitgehend Ă€hnlich â dabei V in einigen FĂ€llen abweichend als einfacher SchrĂ€gstrich / vorwĂ€rts oder rĂŒckwĂ€rts geneigt \ â können sie in Ă€lteren italischen Kulturen nachgewiesen werden, dort als Beschriftung von Kerbhölzern. Nach dem Ergebnis der Forschungen von Lucien Gerschel aus den 1960er Jahren kann damit als sicher gelten, dass die Römer und Etrusker diese ersten drei Zahlzeichen aus der Kerbschrift Ă€lterer italischer Völker ĂŒbernommen haben.
Das ursprĂŒngliche römische Zahlzeichen fĂŒr 50, bei dem das Zeichen V bzw. U fĂŒr 5 durch einen senkrechten Abstrich geteilt und so im Wert auf 50 verzehnfacht wurde (ungefĂ€hr Κ oder đ), findet sich mit gleicher Schreibform (nur kopfstĂ€ndig) und mit gleichem Zahlwert bei den Etruskern und Ă€hnlich in Kerbschriften anderer Kulturen. Es gleicht auĂerdem â in der römischen Schreibung â dem Buchstaben Chi (etwa á, đ°ž oder đ) des chalkidischen Alphabets, eines westgriechischen Alphabets, das in den griechischen Kolonien Siziliens in Gebrauch war, bzw. dem Psi der ostgriechischen Alphabete. Im Griechischen steht Chi als Zahlzeichen allerdings fĂŒr den Wert 1000 (als Anfangsbuchstabe des Zahlwortes fĂŒr 1000: ÏÎčλÎčÎżÎč) oder in der dezimal gegliederten griechischen Zahlschrift fĂŒr den Wert 600, desgleichen Psi dort fĂŒr den Wert 700. Ihre zahlschriftliche Verwendung im Griechischen kam auĂerdem wahrscheinlich erst spĂ€ter in Gebrauch als das entsprechende etruskische und römische und Zahlzeichen. Entgegen der Vermutung Ă€lterer Forschung ist darum nach Gerschel anzunehmen, dass die Römer und Etrusker dieses Zahlzeichen nicht aus dem chalkidischen Alphabet, sondern ebenfalls aus der Kerbschrift Ă€lterer italischer Völker ĂŒbernommen haben. Bei den Römern wurde es dann durch Abflachung des Winkels đ°ž oder Rundbogens đŹ zu einem waagerechten Strich â„ und VerkĂŒrzung seiner linksseitigen HĂ€lfte an den lateinischen Buchstaben L angeglichen. In dieser Form ist es erstmals 44 v. Chr. belegt.
Die Zahl 100 schrieben die Etrusker nach einem Ă€hnlichen Prinzip wie die 50, indem das Zeichen X fĂŒr 10 durch einen senkrechten Strich geteilt (ungefĂ€hr Đ) und so auf 100 verzehnfacht wurde (fĂŒr die 1000 wurde ein X oder + in einem Kreis verwendet, etwa wie đ oder đš). Nach den von Gerschel nachgewiesenen Parallelen wurde dieses Zeichen von den Etruskern ebenfalls aus der Ă€lteren italischen Kerbschrift ĂŒbernommen. Die Römer und andere Völker Italiens schrieben die 100 demgegenĂŒber als ein rechts- oder linksseitig offenes C. In der Forschung wurde dieses herkömmlich als Ableitung aus dem griechischen Buchstaben Theta (Zahlwert 9) gedeutet. Gerschel und Georges Ifrah dagegen vermuten, dass hier ebenfalls eine Abwandlung des kerbschriftlichen und etruskischen Zeichens fĂŒr 100 vorliegt, bei der von einer â etruskisch belegten â gerundeten Schreibvariante des Đ unter dem Einfluss des lateinischen Zahlwortes centum (âhundertâ) nur der eine Rundbogen dieses Zeichens beibehalten wurde.cite-ref-ifrah1998-7-5[7]
| 8. Stilvariante | 9. Stilvariante | Wert |
|---|---|---|
| | áł (?) | 000. 500 |
| አ| ᣠ| 00 1.000 |
| | | 00 5.000 |
| | , | 0 10.000 |
| | | 0 50.000 |
| | | 100.000 |
Die Zahl 500 schrieben die Römer ursprĂŒnglich als eine Art waagerecht geteiltes D, also ungefĂ€hr D, und die Zahl 1000 als durch senkrechten Abstrich geteilten Kreis Ί oder Halbkreis (d. h. als eine Art kopfstĂ€ndiges Κ, Ă€hnlich dem Runenzeichen áŠ, oder auch als áŁ) oder als eine Art liegendes S oder liegende 8 (â). In einigen FĂ€llen wurde diese liegende 8 (â) durch einen senkrechten Abstrich geteilt. Nach herkömmlicher Auffassung ist das römische Zeichen fĂŒr 1000 aus dem griechischen Phi (Zahlwert 500) und das römische Zeichen fĂŒr 500 durch dessen Halbierung entstanden. Gerschel und Ifrah dagegen vermuten, dass das römische Tausenderzeichen ursprĂŒnglich ein kerbschriftlicher senkrecht geteilter Kreis oder ein eingekreistes X oder Kreuz â war und das D durch dessen Halbierung entstand.cite-ref-ifrah1998-7-6[7] Das römische Tausenderzeichen wurde seit etwa dem ersten Jahrhundert v. Chr. zunehmend durch den Buchstaben M (fĂŒr mille: âtausendâ) ersetzt. Die Zahlzeichen M und D sind inschriftlich erstmals 89 v. Chr. belegt.
Die römische Zahlschrift ist fĂŒr die epigraphische oder dekorative Schreibung von Zahlen (insbesondere Jahreszahlen), fĂŒr die ZĂ€hlung von Herrschern, PĂ€psten und anderen TrĂ€gern gleichen Namens, fĂŒr die Band-, Buch-, Kapitel- und AbschnittzĂ€hlung in Texten und fĂŒr die Bezifferung von Messinstrumenten wie dem Zifferblatt der Uhr noch immer in Gebrauch. Auch in der Notenschrift werden römische Ziffern benutzt, etwa zur Bezeichnung der Lage bzw. Bundes bei Saiteninstrumenten.
Rechnen mit römischen Zahlen
Die römischen Zahlen haben hauptsĂ€chlich bei der Schreibung von Zahlwörtern, aber kaum in schriftlichen Rechenoperationen eine Rolle gespielt. HierfĂŒr wurden Hilfsmittel wie die Fingerzahlen, das Rechenbrett und der Abakus herangezogen. Hierbei werden den römischen Zahlen wieder in einem Stellenwertsystem Werte (Anzahl Finger, RechenmĂŒnzen, Kugeln) zugeordnet und mit diesen die Rechenoperation durchgefĂŒhrt.
493 stellte Victorius von Aquitanien ein Tafelwerk mit 98 Spalten zusammen, in denen er die Produkte der Zahlen von den BrĂŒchen bis zum Wert 1000 mit den Zahlen von 2 bis 50 in römischen Zahlen angab zur Erleichterung der Multiplikation und Division, der sogenannte Calculus Victorii.cite-ref-maher2001-17-1[17]
Im Jahr 1202 erschien der Liber abbaci des italienischen Mathematikers Leonardo Fibonacci, mit dem er die indischen Zahlen, die er in Bejaja in Nordafrika kennengelernt hatte, in Europa bekannt machen wollte.cite-ref-19[19] Der deutsche Rechenmeister Adam Ries hat nach Untersuchung der existierenden Zahlensysteme ebenfalls den indischen Ziffern den Vorzug gegeben. Ries erkannte, dass durch die Null eine tabellarische Addition und Subtraktion gegenĂŒber den römischen Ziffern wesentlich vereinfacht wurde. Mit der Etablierung von neuzeitlichem Rechnen auf Basis der indischen Ziffern lĂ€utete er Anfang des 16. Jahrhunderts das Ende der Nutzung von römischen Ziffern in mathematischen ZusammenhĂ€ngen ein.
Siehe auch
Literatur
âą Adriano Cappelli (Hrsg.): Lexicon Abbreviaturarum. Dizionario Di Abbreviature Latine Ed Italiane (= Manuali Hoepli). 6. edizione, corredata con 9 tavole fuori testo. Ristampa. Ulrico Hoepli Editore, Mailand 1999, ISBN 88-203-1100-3 (italienisch).
âą Lucien Gerschel, Sylvie Mellet (Hrsg.): La conquĂȘte du nombre: des modalitĂ©s du compte aux structures de la pensĂ©e. In: Annales, 1962, 17, S. 691â714. Via: Fraits de langues 1/1993, S. 17â19 (französisch).
Weblinks
Commons
: Römische Zahlen
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Quingenta milia, ein seltenes Zahlzeichen
â Quellen und Volltexte
Einzelnachweise
cite-note-11. â Beispiel mit ЄЄЄУК fĂŒr 38 (Text aus dem Jahr 1981)
cite-note-22. â Beispiel fĂŒr ЄЄЄ1Đ„ als 39 (Text aus dem Jahr 2018)
cite-note-33. â Adriano Cappelli: Lexicon Abbreviaturarum. Wörterbuch lateinischer und italienischer AbkĂŒrzungen. J. J. Weber, Leipzig 1928, Römische Zahlenschrift, S. 413 ff. (Textarchiv â Internet Archive).
cite-note-44. â Peter Gallmann: Graphische Elemente der geschriebenen Sprache: Grundlagen fĂŒr eine Reform der Orthographie. Niemeyer, TĂŒbingen 1985, ISBN 3-484-31060-X, S. 282.
cite-note-zero-55. â C. W. Jones (Hrsg.): Opera Didascalica, Band 123C in Corpus Christianorum, Series Latina
cite-note-bachenheimer-66. â Bonnie S. Bachenheimer: Manual for Pharmacy Technicians. 2010, ISBN 978-1-58528-307-1.
cite-note-ifrah1998-77. Georges Ifrah: Universalgeschichte der Zahlen. Mit Tabellen und Zeichnungen des Autors. Parkland-Verlag, Köln 1998, ISBN 3-88059-956-4 (französisch, Originaltitel: Histoire universelle des chiffres. Ăbersetzt von Alexander von Platen).
cite-note-88. â Livius.org: Duilliusâs Victory Inscription
cite-note-wade1865-99. â Johannis de Sancto Justo (1301): E Duo Codicibus Ceratis (âVon zwei Kodizes in Wachsâ). In: de Wailly, Delisle (1865): Contenant la deuxieme livraison des monumens des regnes de saint Louis, âŠ. Band 22 aus Recueil des historiens des Gaules et de la France. S. 530: âSUMMA totalis, XIII. M. V. C. III. XX. XIII. l. III s. XI d.â (âSumme total: 13 tausend 5 hundert (plus) 3 zwanziger und 13 âŠâ).
cite-note-101. LâAtre pĂ©rilleux et Yvain, le chevalier au lion. 1350 (Online).
cite-note-gach1862-1111. â M. Gachard (1862): II. Analectes historiques, neuviĂšme sĂ©rie (nos CCLXI-CCLXXXIV). In: Bulletin de la Commission royale dâHistoire, Band 3, S. 345â554, doi:10.3406/bcrh.1862.3033. Hier: S. 347: Lettre de Philippe le Beau aux Ă©chevinsâŠ, Zitat: âEscript en nostre ville de Gand, le XXIIIIme de febvrier, lâan IIIIXXXIXâ (ftquatre-vingt-dix-neuf = 99) S. 356: Lettre de lâachiduchesse Marguerite au conseil de BrabantâŠ, Zitat: «⊠Escript Ă Bruxelles, le dernier jour de juing anno XVcXIX» (= 1519). S. 419: Acte du duc de Parme portant approbationâŠ, Zitat: «Faiet le XVme de juillet XVc huytante-six.» (15. Juli 1586)
cite-note-salt1923-1212. â Herbert Edward Salter (1923): Registrum Annalium Collegii Mertonensis 1483â1521. In: Oxford Historical Society, Band 76; 544 Seiten. S. 184 zeigt eine Berechnung in Pfund:Schillingen:Pence (li:s:d) wie folgt: x:iii:iiii + xxi:viii:viii + xlv:xiiii:i = iiixxxvii:vi:i, d. h. 10:3:4 + 21:8:8 + 45:14:1 = 77:6:1.
cite-note-1313. â Franz KrĂ€mer: Grundwissen des Zimmerers. Bruderverlag, Karlsruhe 1982, ISBN 3-87104-052-5, S. 276.
cite-note-asimov-on-numbers-12-1414. â Isaac Asimov: Asimov on Numbers. Pocket Books, a division of Simon & Schuster, 1966, S. 12 (arvindguptatoys.com [PDF]).
cite-note-1515. â John H. Conway, Richard K. Guy: Zahlenzauber: von natĂŒrlichen, imaginĂ€ren und anderen Zahlen. BirkhĂ€user, Basel 1997, ISBN 3-7643-5244-2, Kapitel 1 Zahlenromantik; Arten von Zahlen.
cite-note-1616. â RIB 2208. Distance Slab of the Sixth Legion. In: Roman Inscriptions in Britain. Abgerufen im 1. Januar 1
cite-note-maher2001-1717. â David W. Maher, John F. Makowski: Literary Evidence for Roman Arithmetic with Fractions. In: The University of Chicago (Hrsg.): Classical Philology. Nr. 96, 2001, S. 376â399 (englisch, Online [PDF; 1,2 MB; abgerufen am 8. Januar 2013]).
cite-note-1818. â Julie D. Allen et al. (Hrsg.): The Unicode Standard, Version 8.0.0. The Unicode Consortium, Mountain View CA 2015, ISBN 978-1-936213-10-8, 22 Symbols, 22.3 Numerals, Acrophonic Systems and Other Letter-based Numbers, Roman Numerals, S. 766 f. [PDF-Seite 19 f.] (unicode.org [PDF]).
cite-note-1919. â Priya Hemenway: Der Geheime Code: Die rĂ€tselhafte Formel, die Kunst, Natur und Wissenschaft bestimmt. Taschen Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-8365-0708-0, S. 80 f. (englisch, Originaltitel: Divine Proportion: Ί In Art, Nature, and Science. Ăbersetzt von Anita Weinberger).